Ottolenghi für T.

Mein Freund T. ist ja bekanntlich der größte Fan meines Blogs. Das ist vermutlich so, weil er die gleichen Sachen mag wie ich. Natürlich läuft er viel schneller, noch dazu viel weitere Strecken. Ja, sogar einen ganzen Marathon hat er schon geschafft. Ich wiederum lese viel schneller. Es kommt vor, dass wir das gleiche Buch zur gleichen Zeit lesen. Ich muss dann wirklich lange warten, bevor ich mit ihm über das Ende sprechen kann.

Gleichauf sind wir ungefähr in Sachen Genuss. Wir essen und trinken beide außerordentlich gerne, und fast ebenso gerne sehen wir uns Kochbücher an. Die Kochbücher von Ottolenghi sind zwar inzwischen schon ein alter Hut, aber kocht man daraus, rufen die Gerichte zuverlässig Begeisterungsstürme aus.

Am Wochenende wieder so geschehen bei der großartigen Geburtstagsfeier von R., auf der seine Frau E. den Kohlrabi-Salat aus dem Jerusalem-Buch serviert hat. Sie hat ihn ein bisschen verändert und Feldsalat zugefügt. Mir hat der Salat so gut geschmeckt, dass ich noch den ganzen Sonntag, Montag und Dienstag daran denken musste.

Mittwoch war ich eigentlich mit T. beim Inder verabredet. Weil ich aber ununterbrochen nur an den Salat denken konnte und ihn unbedingt machen wollte, habe ich T. (und seinen Freund M., der auch gerne isst) zum Essen eingeladen. Ich war mir sicher, sie würden meine Begeisterung für den Salat teilen.

Mittwochs kommt auch immer die Biokiste, die einen Butternusskürbis angekündigt hat. Also habe ich beim guten Ottolenghi gestöbert, wie er diesen zubereiten würde. Fündig geworden bin ich im NOPI-Kochbuch. Da empfiehlt er, ihn mit Ingwer-Tomaten zu servieren. Plus Topping aus Cashewkernen, Koriander und Röstzwiebeln. Röstzwiebeln waren ja immer ein köstliches Studentenessen, kommen heute aber nur noch bei Ikea zum Einsatz. Interessante Zusammenstellung, dacht ich mir, die wird T. auch beeindrucken.

Der Kohlrabi-Salat wäre ruckzuck gemacht gewesen, hätte ich den Feldsalat nicht in fünf Waschgängen vom Sand befreien müssen. Ich habe mich im Übrigen eher an die Variante von E. gehalten als an das Originalrezept.

Die Sache mit dem Kürbis ist deutlich zeitaufwändiger. Aber der Aufwand lohnt sich, das ist unbedingt ein Gericht zum Eindruck schinden. Auch bei einem selber.

Wir hatten zu den Salaten das flache Fladenbrot vom Türken, knusprig aufgebacken und zum Saucentunken unbedingt wichtig!

Es war eigentlich nicht geplant, über diesen Abend zu schreiben. Nachdem dann aber zwei köstliche Gerichte, mein größter Fan T. und zu lange kein Beitrag zusammenkamen, haben wir noch schnell zwei Fotos geschossen, als das Essen schon auf dem Tisch stand. Man kann leider nicht richtig erkenne, WIE gut das alles geschmeckt hat. Also: Bitte nachkochen!

Die Rezepte sind gegenüber Ottolenghis Originalrezepten leicht abgewandelt. Wir haben diese Mengen zu dritt gegessen und wir (außer M.) sind satt geworden.

Kohlrabisalat

2 Kohlrabi
2 große Handvoll Feldsalat
75 g griechischer Joghurt
1 EL saure Sahne
Saft einer halben (kleinen) Zitrone
1 kleine Zehe Knoblauch
1 Schälchen Kresse
4 Zweige frische Minze
1 EL getrocknete Minze
Sumach nach Geschmack

Den Kohlrabi schälen und in kleine Würfel schneiden, den Feldsalat waschen und die kleinen Wurzeln entfernen.

Aus allen anderen Zutaten das Dressing herstellen.

Kohlrabi und Dressing vermischen, kurz vor Verzehr Feldsalat hinzufügen und ebenfalls vermengen.

Butternusskürbis mit Ingwertomaten und Limettenjoghurt

1/2 Butternusskürbis ungeschält und quer in Scheiben geschnitten
6 Tomaten in dicke Scheiben geschnitten
Olivenöl
Meersalz
ca. 3 cm Ingwer
2 (kleine) Zehen Knoblauch
Chili (frisch oder Pulver)
1 bis 2 EL Zucker

ca. 100 g Joghurt
Schale und Saft einer halben Limette (oder Zitrone)
1/4 TL geriebener Kardamon
Salz und Pfeffer

5 Zweige Korianderblätter, grob gehackt
30 g Cashewkerne, gehackt
1 EL oder mehr Röstzwiebeln (in meinem Fall das Fertigprodukt)
Die Tomaten auf einem Blech mit Backpapier ausbreiten, mit Olivenöl bestreichen, salzen und bei ca. 200°  backen. Währenddessen den Knoblauch auspressen, den Ingwer fein reiben und mit Zucker und Chili vermischen. Nach ca. 60 Minuten die Mischung auf den Tomaten verteilen und weiterbacken.

Die Kürbisspalten mit ein bis zwei EL Olivenöl vermengen, salzen und ca. 40 Minuten vor geplantem Verzehr mit auf das Blech legen.

Dressing aus Joghurt, Limette, Kardamon, Salz und Pfeffer mischen, im Kühlschrank kalt halten.

Wenn der Kürbis schön gebräunt und die Tomaten karamellisiert sind, alles auf einer Platte anrichten und etwas abkühlen lassen. Mit dem Joghurtdressing beträufeln und Koriander, Cashewkerne und Röstzwiebeln drüberstreuen.

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